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Wie die Menopause Beziehungen auf die Probe stellt.

Wenn die Wechseljahre zur Zäsur werden: Wie die Menopause Beziehungen auf die Probe stellt.

Klingt weit hergeholt, ein genauerer Blick zeigt aber: Die Wechseljahre können Beziehungen entscheidend beeinflussen. Ein offenerer und bewussterer gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema könnte helfen.

Die Autorin Sheila de Liz beschreibt in ihrem Buch Women on Fire, wie massiv die hormonellen, körperlichen und emotionalen Veränderungen der Menopause auf das eigene Leben und auf Partnerschaften wirken können. Und sie plädiert dafür, endlich offener darüber zu reden. Denn wer die Wechseljahre versteht, versteht auch Beziehungskrisen besser.

Wenn das innere Feuer lodert – oder erlischt

Die Menopause ist mehr als das Ende der Fruchtbarkeit. Sie ist ein Umbruch, der Körper, Psyche und Identität gleichermassen betrifft. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen oder sexuelle Veränderungen – das alles sind Begleiter dieser Lebensphase. Doch es geht nicht nur um Hormone. Viele Frauen erleben in dieser Zeit eine Art "Reset": Fragen wie Wer bin ich? Was will ich noch vom Leben? Will ich so weitermachen? treten mit Wucht auf. Das „innere Feuer“, kann sowohl antreiben als auch zerstörerisch lodern, wenn es keinen Raum bekommt.

Beziehungen unter Druck

Partnerschaften geraten in den Wechseljahren häufig auf den Prüfstand. Nicht selten berichten Frauen, dass sie sich in dieser Phase entfremdet fühlen – von ihrem Körper, aber auch von ihrem Partner. Intimität verändert sich, Kommunikation wird schwieriger, das gegenseitige Verständnis bröckelt. Viele Männer sind schlicht überfordert, weil sie die Tiefe dieser Veränderungen nicht nachvollziehen können. Für Frauen wiederum ist die Enttäuschung gross, wenn sie das Gefühl haben, in ihrer Krise allein gelassen zu werden.

Das Ergebnis: Es häufen sich Trennungsgedanken. Nicht, weil plötzlich „alles schlecht“ ist, sondern weil die Menopause die ungelösten Themen der Beziehung ans Licht bringt. Dinge, die man lange übersah, werden nun unerträglich.

Frauen wagen den Aufbruch

Statistisch gesehen initiieren Frauen häufiger eine Trennung als Männer – besonders in der Lebensmitte. Viele Frauen finden in dieser Phase den Mut, überfällige Entscheidungen zu treffen. Die Wechseljahre sind dann nicht nur ein biologischer Einschnitt, sondern auch oft ein psychologischer Weckruf: Es ist Zeit für mich. Der Startschuss für den Abschnitt der zweiten Lebenshälfte ist abgefeuert.

Das klingt dramatisch – und ist es auch. Aber es kann auch befreiend sein. Viele Frauen entdecken in den Wechseljahren eine neue Selbstbestimmung. Sie beginnen noch einmal von vorn, beruflich, privat, emotional.

Gesellschaftliches Tabu mit Folgen

Problematisch ist, dass die Wechseljahre im gesellschaftlichen Diskurs immer noch unterbelichtet sind. Während Pubertät, Schwangerschaft oder Geburt ausführlich thematisiert werden, bleibt die Menopause oft ein „Privatproblem“ und wird nicht selten stiefmütterlich behandelt. Das macht es schwer, offen in Beziehungen darüber zu sprechen – und ebenso schwer, als Paar konstruktiv mit der Herausforderung umzugehen. Mittlerweilen ist bekannt, DASS eine unbehandelte Menopause gesundheitsschädliche Konsequenzen haben kann, da der sinkende Östrogenspiegel das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöht. Auch psychische Beschwerden wie Depressionen und Angstzustände können auftreten oder sich verschlimmern, was das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigt und sich logischerweise auch negativ auf die Paarbeziehungen auswirken kann. 

Was Paare tun können

Der wichtigste Schritt ist Aufklärung. Wer die Wechseljahre als natürlichen Lebensabschnitt versteht, kann ihn besser begleiten. Für Männer bedeutet das: Sich informieren, zuhören, ernst nehmen, Verständnis entwickeln. Für Frauen bedeutet es: die eigenen Bedürfnisse klar benennen und Hilfe einfordern – sei es medizinisch, therapeutisch oder partnerschaftlich.

Offene Kommunikation und sinnvolle Massnahmen können verhindern, dass eine Beziehung in dieser Zeit zerbricht. Aber manchmal ist die Trennung eben auch die ehrlichste Antwort. Und auch das darf gesagt werden: Eine Trennung in den Wechseljahren ist kein Scheitern, sondern oft ein mutiger Schritt für beide Parteien, um wertvolle Lebenszeit nicht unglücklich zu verschwenden.

trennpunkt hilft Ihnen, sich auf eine Trennung bestmöglich vorzubereiten und legt mit Ihnen die Basis für eine sachliche und faire Auseinandersetzung.

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