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Mir geht es schlecht – Du bist schuld!
Beziehungsstress kann sich auf die Gesundheit auswirken. Aber wer ist dafür verantwortlich?
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich stabile und funktionierende Beziehungen positiv auf die Gesundheit auswirken. Tatsächlich sollen sie sogar schmerzlindernd, immunsystemstärkend und damit lebensverlängernd wirken. Anders als in vertrauensvollen und kooperativen Beziehungen erhöht dauerhafter Beziehungsstress das Risiko von Depressionen, Angstzuständen und Selbstmordgedanken. Das lässt sich tatsächlich leicht erklären: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin verursachen körperliche Beschwerden, etwa angespannte Muskeln und Verdauungsprobleme. Körperliche Probleme, für die es auf den ersten Blick keine medizinische Erklärung gibt, sind oft ein Ergebnis psychischen Ungleichgewichts.
Umso wichtiger ist es, auch auf das emotionale Gleichgewicht zu achten und Signale des Körpers richtig zu interpretieren. Nicht immer sind Viren und Bakterien der Auslöser für Krankheiten. Ständige Erschöpfung, ein schwaches Immunsystem, Verdauungsprobleme oder Verspannungen sind Signale, die psychische Ursachen haben können. Wenn gleichzeitig dauerhafte Beziehungsprobleme bestehen, könnte es einen Zusammenhang geben.
Doch was bedeutet diese Erkenntnis? Wichtig ist es, den eigenen Beitrag zum Problem zu erkennen, die eigene Verantwortung für eine Änderung der Situation anzunehmen. Schuldzuweisungen bedeuten lediglich eine Fortsetzung des Status Quo. Eigenverantwortung zu übernehmen heisst, Klartext zu sprechen, die Probleme aufzuzeigen, zu sagen, was man erwartet und was nicht. Es heisst auch, Konsequenzen aufzuzeigen und entsprechend zu handeln, wenn keine Verbesserung erreicht werden kann.
Diese Klarheit umfasst aber auch eine wichtige Einsicht: Der Partner oder die Partnerin sollte einem guttun und positive Emotionen erzeugen. Aber sie sind nicht dafür verantwortlich, dass es einem gut geht! Die Stellschrauben bei sich selbst zu suchen ist ebenso wichtig für eine mögliche Verbesserung der (auch gesundheitlichen) Situation wie die Kraft, Konsequenzen zu ziehen, wenn Veränderung innerhalb der Beziehung nicht mehr gelingt.
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