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Wenn nur einer ein Kind will

Wenn nur einer ein Kind will – und hofft, dass die Freude schon kommt

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„Wenn das Baby erst da ist, liebt er/sie es bestimmt. Dann wird alles gut.“ Sich bei einseitigem Kinderwunsch an diese Hoffnung zu klammern ist verständlich – und trotzdem kann sie sehr schmerzhaft enden: für beide Partner und für ein mögliches Kind. Ein klares „Ich will (jetzt) kein Kind“ verschwindet nicht automatisch, nur weil ein Baby geboren wird. Hinter diesem Nein stecken oft Ängste vor Überforderung und Verantwortung, vor finanziellen Belastungen, vor dem Verlust von Freiheit und Spontaneität oder auch vor dem Risiko, alte Muster aus der Herkunftsfamilie zu wiederholen. Diese Gefühle sind nicht egoistisch, sondern ernst zu nehmen.

Zwickmühle

Bist du der Teil mit starkem Kinderwunsch, gerätst du leicht in eine Zwickmühle:

  • Passe ich mich an und verleugne meinen Wunsch aus Angst, den Partner zu verlieren?
  • Oder setze ich meinen Wunsch durchaus Angst, mein Leben später zu bereuen?

 

 

 

Gefährliche Hoffnung: Ein Baby als vermeintliche Lösung

Viele fangen an, insgeheim zu hoffen und zu planen: „Wenn wir erst zusammengezogen sind… wenn der Job sicherer ist… wenn alle um uns herum Kinder haben… dann kippt sein/ihr Nein vielleicht in ein Ja.“ Ein Kind als „Beziehungsprojekt“ zu bekommen in der Hoffnung, es rette die Liebe oder ändere die Haltung des Partners, ist eine enorme Belastung. Aus leiser Unsicherheit können Rückzug, Gereiztheit oder unterschwelliger Groll werden: „Deinetwegen sitze ich jetzt hier fest.“ Und auch das Kind spürt diese Spannungen bereits sehr früh.

Hilfreich ist, nicht nur über „Ja oder Nein“ zu reden, sondern über die Gefühle dahinter: Was macht dir am Gedanken an ein Kind Angst? Was würde mir fehlen, wenn wir kinderlos bleiben? Welche Erfahrungen aus unseren Herkunftsfamilien drücken hier auf die Entscheidung? Da geht es dann um Ehrlichkeit. Denn Klarheit ist die Basis für jede verantwortliche Entscheidung.

Ehrliche Entscheidungen treffen

Manchmal zeigt sich: Trotz Liebe passen die Lebensentwürfe nicht zusammen. Dann steht die Frage im Raum, ob es ehrlicher ist, sich zu trennen, damit jede*r den eigenen Weg gehen kann – mit oder ohne Kind. Die Auseinandersetzung kann aber auch helfen, Wünsche und Grenzen zu sortieren, Erwartungen und Schuldgefühle anzuschauen, faire Entscheidungen zu treffen – gemeinsam oder getrennt und, wenn nötig, einen respektvollen Abschied zu gestalten.

Hoffnung ist etwas Schönes. Aber sie sollte nicht darauf beruhen, dass der andere sich „schon noch ändern wird“, wenn das Kind erst da ist. Eine tragfähige Lösung braucht Ehrlichkeit – sich selbst, dem Partner oder der Partnerin und jedem möglichen Kind gegenüber.

trennpunkt unterstützt Sie bei einer konstruktiven und fairen Trennung/Scheidung und sucht mit Ihnen gemeinsam Lösungen, um wieder positiv in die Zukunft sehen zu können. www.trennpunkt.ch

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